Mittwoch, 14. November 2007

Tagebuch der Praktika im Schulhaus Bergli in Horgen


5. Tagespraktika (13. November 2007)


Heute war Besuchsmorgen. In die erste Stunde (Mathe, Halbeklasse) kamen sechs Elternteile. Die Kinder waren richtig aufgeregt, was man ihnen auch sofort anmerkte.

Am Morgen hielten Sarah und ich nur je eine kurze Unterrichtssequenz von 15 Minuten. Dafür durften wir den ganzen Nachmittag übernehmen. Die Kinder machten gut mit und waren auch hochmotiviert. Sie konnten in den zwei Zeichnungsstunden an ihrem Kalender weitermachen. Wir hatten den Auftrag, den November einzuführen und machten dies mit einem Begriffsspiel. Anschliessend konnten sie das Novemberbild gestalten, indem sie zuerst mit Farbstiften z.B. ein Haus, einen Baum oder sonst irgendetwas, was draussen in der Natur vorkommt, zeichnen konnten (auf schwarzes Papier). Das einzige was sie nicht zeichnen durften, war Schnee. Diesen konnten sie nämlich jetzt mit Hilfe von Gouache-Farbe auf ihre Gegenstände auf dem Blatt "schneien" lassen.

Wir haben heute erfahren, dass wir das nächste Mal am Nachmittag alleine sind, denn Angi hat Kapitel. Mal schauen, wie das so läuft...


Dienstag, 23. Oktober 2007

Tagebuch der Praktika im Schulhaus Bergli in Horgen


1. Tagespraktika (25. September 2007)

Als erstes wurden wir ins Schulhaus Rainweg (Sek) eingeladen, wo uns ein Lehrer dann ausführlich über das Sekschulhaus informierte. Dies war für die Studis der Sekstufe sicherlich interessant, die Studis der Primar- und Vorschulstufe erfuhren jedoch nichts über ihr zugeteiltes Schulhaus.

Wir bekamen Gipfeli und in der 10 Uhr-Pause marschierten wir alle schliesslich in "unser" Schulhaus, in unserem Fall: das Schulhaus Bergli. Dort angekommen, schauten wir uns nach unserer Lehrperson um. Wir fanden sie im Lehrerzimmer. Angela Arragain (Angi) begrüsste uns sehr herzlich und wir waren sogleich erleichtert, jemand so offenes und nettes als unsere Lehrperson "bekommen" zu haben.

Nach der Pause stellten wir (Sarah und ich) uns der Klasse vor und machten dann ein kleines Kennenlern-Spiel. Ich hoffe ich werde all diese Namen irgendwann einmal auswendig wissen...
Anschliessend konnten wir es uns gemütlich machen und die restliche Unterrichtszeit verfolgen (Mathe und am Nachmittag Zeichnen).


2. Tagespraktika (2. Oktober 2007)

Heute konnten wir schon eine kleine Unterrichtssequenz übernehmen. Wir mussten den Schülern einen Auftrag erteilen und Diskussionsgruppen führen (es ging ums Thema "was ich gerne tue" und "was ich nicht gerne tue"). Dies hat mir sehr viel Spass gemacht und es war eine völlig neue Erfahrung.

Wir lernten auch schon einige Rituale der Klasse kennen. Während der Diskussion darf nur derjenige sprechen, der das Sprechsymbol in der Hand hält (in diesem Fall ein Stofftier). Oder: Angi klingelt mit einem Windspiel, wenn sie den Kindern etwas mitteilen will. Die Klasse kennt diese Rituale und befolgt sie auch.

Den Rest der Zeit verbrachten wir mit dem Beobachten des Unterrichts (Aufgaben fürs kommende Seminar).


3. Tagespraktika (23. Oktober 2007)

In der ersten Schulstunde musste ich Mathe geben. Angi hat uns beim letzten Praktika (2. Okt.) informiert, was wir unterrichten sollen. In meinem Fall war das das Zehnersystem. Ich habe mich sehr wohl gefühlt, denn die Kinder machten gut mit. Manchmal musste ich auf meine Verlaufsplanung spicken, aber das haben die Schüler nicht gemerkt...Schlussendlich stimmte meine Durchführung der Lektion mit meiner Planung fast überein; mit der Zeit habe ich mich um 10min vertan. Aber es war ja meine erste Stunde...

Im Turnen dachte sich Sarah das Einwärmspiel (...fangis) und ich mir das "Auswärmspiel" (Kettenfangis) aus. Die Kinder sprudelten vor Energie!

Am Nachmittag besuchten wir den Kindergarten Heubach, um auch einmal Einsicht in eine andere Stufe zu bekommen. Für mich hat sich der Wunsch nach der Primarstufe aber nicht geändert.


4. Tagespraktika (30. Oktober 2007)

Heute mussten wir zu zweit die Mensch/Umwelt-Stunde geben. Die Klasse arbeitet gerade am Thema "Ich-Buch". Durch dieses selbstgestaltete Buch (eher: Heft) lernen sich die Kinder besser kennen.
Zum Anfang machten wir ein Pantomimespiel, was den Kindern sehr viel Spass bereitete. Sie wollten fast nicht mehr aufhören. Dann konnten sie ihren Freizeitstundenplan, den sie als Hausaufgaben machen mussten, bearbeiten.
Freizeitstundenplan: Die Kinder konnten einen Wochentag auswählen und dann mussten sie für den ganzen Tag (von 7 Uhr bis 22 Uhr) jede Stunde aufschreiben, was sie machen (z.B. schlafen, mit einer Freundin abmachen usw.).

Um 11 Uhr hatten wir das Motivationsgespräch mit unserer Mentorin. Wir legten zusammen unsere didaktisch-methodischen und persönlichen Ziele für die nächsten 4 Tagespraktika fest.

Am Nachmittag konnten wir eine Sek C3 und 1 besuchen. In der ersten Stunde waren wir in der 3. Sek C. Dort erfuhren wir nicht viel übers Seklehrersein, denn die Schüler arbeiteten die ganze Stunde lang selbstständig und somit konnten wir den Lehrer nicht beim Unterrichten erleben.
Weil es in der nächsten Stunde gleich weitergegangen wäre, wechslten wir zur ersten Sek C. Dort war es ein wenig spannender. Die Lehrerin unterrichtete Englisch. Jedoch hatten nicht nur die Schüler Probleme mit dieser Sprache, sondern auch die Lehrerin. Ich glaube jedoch nicht, dass sie dies selbst bemerkte (the table who is...).

Sonntag, 7. Oktober 2007

Unterricht beobachten (Praktika vom 25.9.07 & 2.10.07)

Beobachten der Arbeitsfelder

1. Klassenzimmer

Das Klassenzimmer hat sehr viel Ähnlichkeit mit meinem damals in der
Primarschule. Der einzige Unterschied, den ich bemerkt habe ist, dass es hier
einen Computer gibt, den es bei uns noch gehabt hat.
Die Klasse von Frau Arragain ist eine Mischklasse. Die Zweitklässler
befinden auf einer Seite des Raums, getrennt von den Drittklässlern auf der
anderen. Mädchen und Jungen sitzen immer abwechslungsweise
nebeneinander. Die Tische sind in einer Reihe aufgestellt.
Die Wandtafel wird ziemlich oft eingesetzt, besonders in Mathe
Im Zimmer ist genügend Platz vorhanden, sodass vorne alle Kinder in einen
Kreis sitzen können. Auch um die Bänke herum gibt es genügend Raum.

Skizze des Schulzimmers:


Beobachten von Techniken des Instruierens, Führens und Organisierens


4. Begrüssung

Begrüssungsritual: in den Kreis stehen, einander die Hände geben, wenn alle
im Kreis → Hände loslassen und dann ein kurzes Lied singen

5. Aufmerksamkeit erzeugen

Sie (LP) steht vor der Klasse und sieht alle an und spricht dann auch zu allen.
Wenn alle ruhig sind und aufpassen.
Ruhiger Tonfall, spricht die unruhigen Kinder an, bleibt allg. ruhig.
Sie spricht Konsequenzen aus.
Windspiel: so merken die Kinder, dass sie etwas sagen will

6. Auftrag erteilen

Es sitzen alle in den Kreis auf den Boden. Zuerst erklärt die LP und dann fragt
sie nach und beantwortet die Fragen.
Dass alle zuhören und es verstanden haben, dass man es praktisch oder an
einem Beispiel vorzeigt.
Vermeiden: unklar und undeutlich zu sprechen / erklären

7. Input geben

- ja
- sie steht immer vor der Klasse
- ruhig, normale Lautstärke, verständlich, langsam
- Wandtafel: etw. aufzeichnen, Windspiel: etw. sagen wollen
- nach Input

9. Vorzeigen / Nachmachen

Alle sitzen im Kreis und können so die LP gut sehen.
Sie erklärt, was sie gerade macht, dann führen sie es aus.
Herumgehen der LP, erklären wie es richtig geht.
Wenn alle auf dem Boden sitzen → alle Kinder sind auf gleicher Höhe wie die
LP


Beobachtung zur Strukturierung / Choreografie des Unterrichts


11. Eingeübtes Verhalten: Regeln und Rituale

- Windspiel läuten: alle werden ruhig
- singen: Begrüssung und Verabschiedung
- wenn Arbeit beendet: können spielen, lesen oder Zusatzaufgaben machen
- Ämtli-Plan: jeder trägt Verantwortung, Lehrer muss nicht selbst machen
- Ampel: grün → leise, orange → flüstern, rot → darf laut reden
- Wochenziel: z.B. „wir arbeiten still“
- 3 Glassteine: als Strafe müssen sie einen Stein abgeben, wenn sie keinen
mehr haben → müssen Zusatzaufgabe erledigen
- Schublade: dort bewahren sie unfertige Arbeiten auf
- Handzeichen
- allg. Regeln: ich strecke auf, ich mache meine Hausaufgaben, ich lache
niemanden aus, bei Schulbeginn und nach der Pause sitze ich ruhig am Platz,
ich bin pünktlich, ich ziehe meine Finken an


Beobachtungen zum Lernverhalten der Schüler/innen


12. Schüler/innentätigkeit

Sie ist aufmerksam, unruhig, still, konzentriert.
Lässt sich schnell ablenken, schaut aber genau und interessiert hin.
hört aufmerksam zu, doch wenn Lehrerin kurz aufhört zu erklären → fängt an
rumzublödeln.
Führt die Aufgaben ohne zögern aus.

13. Lernverhalten einzelner Schüler/innen bei Lernaufgaben

Kinder gehen sofort und begeistert an die Arbeit.
Wenn Schwierigkeiten auftreten, fragen sie die Lehrerin oder den
Banknachbarn oder machen gar nichts.
Sie fragen, woran es liegt und Lösung nicht sagen → Kind soll selbst darauf
kommen.
Wenn sie fertig sind, geben sie die Arbeit ab, wenn nicht, legen sie sie in ihre
Schublade.
Motivation und Freude noch vorhanden.

Samstag, 6. Oktober 2007

Ein Tag im Leben von Angela Arragain (Primarlehrerin im Schulhaus Bergli, Horgen)

Mein Wecker klingelt um 5 Uhr 30 am Morgen. Ich mache mich bereit, esse mein Frühstück und fahre dann entweder mit dem Auto oder mit dem Zug in die Schule. Dort angekommen ist es ungefähr 6 Uhr 30. Ich bin meistens die erste im Schulhaus. So kann ich in aller Ruhe alles für die Lektionen vorbereiten. Auch meine Blätter kann ich ohne Stress kopieren, denn später stehen alle anderen Lehrer und Lehrerinnen Schlange, um noch in der letzten Minute zu kopieren.
Um 8 Uhr 15 beginnt der Unterricht. Die große Pause nütze ich anschließend, wenn nötig, um die nächsten Stunden vorzubereiten. Sonst sitze ich ins Lehrerzimmer und mache für eine halbe Stunde Pause. Außer freitags, dann habe ich Pausenaufsicht.
Um 12 Uhr gehe ich bis ca. 12 Uhr 40 in die Mittagspause. Ab dann bereite ich wieder alles für die nächsten Stunden vor und/oder korrigiere.
Um 13 Uhr 30 kommen schon wieder die ersten Kinder und der Nachmittagsunterricht beginnt. In der Pause korrigiere ich wieder oder räume im Klassenzimmer ein wenig auf. Wenn ich aber Zeit finde, gehe ich ins Lehrerzimmer.
Nach dem Unterricht bereite ich noch kurz den Stoff für den nächsten Tag vor. Dann mache ich früh Feierabend und bin meistens die erste der Lehrer und Lehrerinnen, die nach Hause fährt.
Um ca. 18 Uhr bin ich schließlich daheim und kann so richtig ausspannen. Es passiert nur selten dass ich zu Hause auch noch etwas für die Schule mache.